Welpenspielstunden

Eine andere Möglichkeit wäre es, eine Spielstunde zu besuchen.
Generell habe ich nichts gegen diese Art von Kontaktaufnahme.
Leider bleibt es häufig nicht beim Spielen, denn der Kleine soll ja auch was lernen. Und genau da liegt das Problem. Gerade bei den sogenannten Welpenspielstunden werden die Welpen oft völlig überfordert, da die Hunde viel zu stark abgelenkt sind. Da soll man dann als 13 Wochen alter Welpe nach einem ausgelassenen Spiel Schlangenlinien um seine Artgenossen oder Fuß gehen. Nicht, dass es unmöglich wäre, so etwas zu erreichen, einige meiner Ehemaligen werden das bestätigen können. Aber da man oft die Bindung unbewusst vernachlässigt hat, wird der so erzogene Hund diese Ablenkung auch annehmen. Der Grund ist ganz einfach. Die meisten Menschen kommen in diesem Durcheinander von Kommandorufen, ziehenden und springenden Welpen selbst an ihre Grenze und verhalten sich alles andere als souverän. Das merkt unser Welpe natürlich und denkt sich "alles klar, einmal Chaos für alle" und macht kräftig mit. Wir bringen uns bei diesen Aktionen leider immer weiter in's Abseits. Aber das merken wir erst ca. 1 Jahr später.

Etwas, worauf Sie noch achten sollten, ist die Tatsache, dass viele Welpenspielstunden gar keine Welpenspielstunden sind. Man spricht nämlich nur bis zur 14ten Woche von Welpen. Danach sind unsere Kleinen schon Junghunde.
Das ist insofern wichtig, da Junghunde eine ganz andere Vorstellung von Spiel haben als Welpen. Egal welcher Rasse. Um so unverständlicher ist es, dass HundetrainerInnen auf den Wunsch einzelner Kunden eingehen und z.B. den 6 Monate alten Dackel mit zu den Kleinen lassen. Schließlich würde er bei den großen Bestien gnadenlos untergehen.
Probleme werden auf beiden Seiten entstehen.
Erstens sind die Welpen mit dem Spielverhalten des viel weiter entwickelten, gröber spielenden Junghundes völlig überfordert.
Zum zweiten kann der Dackel sich nicht richtig entwickeln, da er bestimmten Verhaltensmustern wie z.B. der Unterwerfung nicht ausgesetzt ist.
Die Quittung bekommt man beim nächsten Sonntagsspaziergang.

Die Größe eines Hundes ist nämlich völlig egal. Was zählt, ist die geistige Belastbarkeit. Ich erlebte einmal bei meinen Spielstunden (allerdings bei den Jung- und Althunden) einen Jack Russel, der unseren beiden Schäferhundrüden Beneg und Goran (unsere beiden Stockfetischisten) ganz gehörig die Leviten las, als die beiden versuchten, seinen Stock in Besitz zu nehmen. Man muss dazu sagen, dass Beneg und Goran voll ausgewachsene stattliche Rüden sind, die geistig und körperlich extrem belastbar sind. Der Jack Russel war aber älter und dadurch erfahrener im Umgang mit solchen Situationen.