Hundeerziehung
Man muss den Hund als Mitglied einer sozialen Gruppe verstehen!
Dies ist der Ansatz meiner Beziehungsarbeit!
Unter einer modernen Hundeschule stellt man sich meist ein eingezäuntes Trainingsgelände vor. Da steht man dann meist in Gruppen mit etwa 10 anderen Hundefreunden und lauscht dem/der Trainer/-in, die, insofern sie auf die Körpersignale von Mensch und Hund achten,
bei der Anzahl verschiedener Mensch-Hund-Rudel wohl schwer eine ernsthafte Beziehungsarbeit leisten können.
Massenabfertigung und stures Kommandoauswendiglernen wäre treffender.
Hier ist nicht der rüde Befehlston gefragt, wie man ihn von manchen Hundeausbildern auf Hundeplätzen vernimmt (den ich persönlich auch strikt ablehne), sondern man erwartet genau das Gegenteil. "Sanfte Erziehungsmethoden", teilweise sogar Beschwichtigungssignale und Leckerli werden als neueste artgerechte Hundepädagogik angeboten.Die Sache hat nur einen Haken:
Auf die natürlichen Bedürfnisse unserer Hunde wird nicht eingegangen. Der Hund wird nicht als Hund behandelt, es findet vielmehr eine Verniedlichung und Vermenschlichung statt. Das Scheitern der Kommunikation in diesen Situationen ist oft der Anfang später auftretender Probleme. Partner Hund bleibt völlig außen vor, weil er diese Art von Erziehung einfach nicht versteht, - nicht verstehen kann. Denn er ist und bleibt ein Hund, und so sehr man es sich auch wünscht, er wird nie ein Mensch werden. Zum Glück....
Sicher funktioniert ein Großteil der allseits bekannten Methoden, jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt. Wir alle haben schon den Satz gehört: "Mein Hund hört gut, außer ..."
Sie können wahlweise einsetzen:
"...er sieht Wild"
"...auf der anderen Straßenseite spielen andere Hunde"
"...er hat eine Fährte aufgenommen"
"...sein Lieblings-Nachbarhund hat ihn falsch angeschaut"
"...eine Hündin kreuzte unseren Weg".
Und jetzt kommt der Punkt, an dem wir ehrlich sein müssen.
Das sind die Dinge, die für unsere Hunde elementar wichtig sind:
Nahrung - Kontakt zum anderen Geschlecht - Spielen mit Artgenossen.
Und in diesen, ihm so wichtigen Momenten, läßt er seine/n Besitzer/in stehen.
Nicht weil er ihn nicht mag, sondern weil in diesen Momenten eine feste Beziehung, die auf Vertrauen und Achtung aufgebaut ist, greifen sollte. Die man aber leider durch das Geben von z.B. Futterbrocken eher abgebaut als gefestigt hat.
Mir geht es dabei nicht um Hundedressur oder darum, dass der Hund Kommandos noch schneller ausführt, sondern vielmehr um Ihre innere Einstellung zum Wesen Hund, um ein 100prozentiges Vertrauen, um Ihre Beziehung zum Hund.
Das erreicht man nicht über Leckerlies oder Bestrafung, sondern über Klarheit im Umgang, indem man es als Mensch schafft, sich in die Gedankenwelt seines Hundes einzufühlen und dann eine Form der Kommunikation mit seinem Tier aufbaut, die für dieses nachvollziehbar ist.
"Der Rudelchef" stellt die Basissicherheit für das Rudel dar.
Unsere Aufgabe ist es, ihm die Rolle des Rudelchefs zu vermitteln, welche Sie von Anfang an (bei einem Welpen) oder durch eine Rudelstrukturveränderung (beispielsweise bei einzelnen Versäumnissen oder Problemhunden) übernehmen müssen.
Ziel meiner Seminare ist es, den zweibeinigen Rudelmitgliedern die Gesamtheit des Umgangs mit dem Hund zu vermitteln, welches Instinktverhalten der Hund mitbringt und welche Bedürfnisse daraus entstehen. Ich beleuchte also auch das Lebensumfeld mit alltäglichen Abläufen. Besonders wichtig aber sind die wesentlichen Kommunikationsmittel Körpersprache, Körperhaltung ,Gestik und Mimik.
Dabei ist die Rasse nicht ausschlaggebend!
Nicht zu vernachlässigen ist dabei natürlich das gemeinsame artgerechte Spiel. Während des Spiels lernen die Welpen in einem Hunderudel die geistige Autorität der Althunde zu respektieren, Unterwerfung und Regeln gehören genauso dazu wie einzelne Jagdsequenzen. Deshalb ist artgerechtes Spiel so wichtig für die Einordnung in Ihr Mensch-Hund-Rudel.
Aus Überzeugung lehne ich Stachelhalsbänder, Endloskettenwürger und Teletakt kategorisch ab. Ebenfalls aus Überzeugung und der Erkenntnis, dass es ohnehin nichts bringt, arbeite ich auch ohne Leckerli, Clicker, Halti und was die Industrie noch alles erfunden hat.
"Wir wissen auch aus Beobachtung an anderen sozial lebenden höher entwickelten Tieren, wie etwa Elefanten oder Pavianen, dass dort die Führung der Herde oder des Trupps nicht vom stärksten, sondern vom erfahrensten, meist altem Tier gebildet wird. Das bedeutet, dass die Erziehung der Nachkommen auf Anerkennung dieser Form von Autorität ausgerichtet sein muss. Nicht anders ist das auch bei unseren Hunden und das äußert sich ebenso bei der Festlegung deren Rangordnung."
Eberhard Trumler



